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Vegan leben – Ein positiver Beitrag für das Klima

Bei veganer Ernährung wird auf jegliche Form tierischer Lebensmittel verzichtet. Das umfasst Fleisch und Fisch, Milch und Milchprodukte wie beispielsweise Käse und Joghurt, Eier, und sogar tierische Produkte wie Honig. Die Gründe, aus denen sich immer mehr Menschen für diese Form der Ernährung entscheiden, sind genauso vielfältig, wie die Menschen selbst. Der einen geht es vielleicht primär um den ethischen Aspekt, dem anderen eher um seine Gesundheit und wieder andere haben eher die Umwelt im Kopf, wenn sie im Supermarkt zur Hafer- und nicht zur Kuhmilch greifen. Was jedoch sicher ist, ist das alle, die sich vegan ernähren, einen positiven Beitrag leisten, wenn es um den Klimawandel geht. Das Wort Klimawandel wird im alltäglichen Sprachgebrauch, aber vor allem in den Medien unglaublich häufig erwähnt, aber davon, was beim Klimawandel eigentlich genau passiert und wie er funktioniert, haben die meisten nur eine oberflächliche Vorstellung. Es ist jedoch wichtig, zu verstehen, was passiert, um die Notwendigkeit zu sehen, etwas gegen den Klimawandel zu tun.

Das Wort “Klimawandel” ist zunächst ein eigentlich neutraler Begriff, der eine Veränderung des Klimas (Erwärmung oder Abkühlung) primär auf der Erde, aber auch auf erdähnlichen Planeten und Monden beschreibt. Wenn wir jedoch über “Den Klimawandel” oder die “Klimakrise” reden, meinen wir die menschengemachte, rasant verlaufende globale Erderwärmung, die zurzeit und schon seit vielen Jahren stattfindet. Ein “normaler” Klimawandel ist ein natürlicher Prozess, der vor allem mit Energie und kosmischer Strahlung zu tun hat und bei dem sich das Gleichgewicht des Erdklimasystems verändert und erneuert. Ein rasanter Klimawandel, so wie wir ihn jetzt haben, kann auch durch “natürliche” Faktoren hervorgerufen werden. In der Erdgeschichte waren diese zum Beispiel Eruptionen von Supervulkanen, großflächige Austritte von Magma, oder auch schnelle Veränderungen von Meeresströmungen. Und obwohl diese Ursachen alle natürlichen Ursprungs waren, waren die Auswirkungen verheerend und führten zu biologischen Krisen, beziehungsweise Massenaussterben.

Die Ursachen, die jetzt den rasanten Klimawandel vorantreiben, sind jedoch nicht natürlichen Ursprungs, sondern menschengemacht. Der “Intergovernmental Panel on Climate Change” kam 2007 zu dem Schluss, dass die globale Erderwärmung mit der Industrialisierung im 18. Jahrhundert und die damit verbundene vermehrte Freisetzung von Treibhausgasen in Gang gesetzt wurde. Der Umfang dieser Freisetzung nahm bis heute und nimmt weiterhin erheblich zu. Doch was genau sind Treibhausgase und was hat das alles mit veganer Ernährung zu tun? Als Treibhausgase werden unter anderem Kohlenstoffdioxid, also CO2 und Methan bezeichnet. Von CO2-Emissionen in Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung ist in den Medien immer wieder die Rede: Es geht um Kurzstreckenfahrten mit dem Auto, die vermieden werden sollen, oder Langstreckenflüge mit dem Flugzeug. CO2 entsteht vor allem bei der Verbrennung fossiler Energieträger, wie Erdöl und Erdgas und macht 60% des vom Menschen verursachten Treibhauseffekts aus. Die Erwähnung der CO2-Emissionen ist daher unerlässlich in der öffentlichen Berichterstattung zum Thema Klimawandel. Von Methan als Ursache für den Menschen gemachten Klimawandel hört man hingegen eher selten etwas und das, obwohl Methan in Sachen Treibhauseffekt ca. 25-mal wirksamer ist, als CO2.

Methanausstoß trägt mit rund 20% zum menschengemachten Treibhauseffekt und damit zur Erderwärmung bei. Global betrachtet, stammen circa 37% des Methans direkt oder indirekt aus der Viehhaltung. In Deutschland liegt der Anteil sogar bei 54%. Was bei der Fleischproduktion ebenfalls dazukommt, sind die CO2- Emissionen, die bei Transport und Verarbeitung entstehen. Bei diesen Zahlen stellt sich die Frage, ob der eigene Fleischkonsum wirklich notwendig ist. Um die Zahlen noch einmal zu vereinfachen, kann man festhalten, dass allein der Fleischkonsum der/des Durchschnittsdeutschen rund zehn Prozent der persönlichen Emissionen ausmacht. Der Konsum anderer tierischer Produkte ist dabei noch nicht mit einbezogen.

Ein anderer ökologischer Aspekt, der eng in Zusammenhang mit Viehhaltung und Klimawandel steht, ist die Abholzung der Regenwälder zur landwirtschaftlichen Nutzung, auch Entwaldung genannt. Neben der Zerstörung von Lebensräumen von Tieren und Menschen, ist hierbei vor allem die Funktion der Regenwälder als “Grüne Lunge” der Erde wichtig. Wälder nutzen zum Wachstum den Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre und speichern so CO2. Bei der Abholzung wird jedoch nicht nur dieser Speicher zerstört, sondern auch aktiv CO2 freigesetzt. Die Rodung zur landwirtschaftlichen Nutzung passiert vor allem in Lateinamerika, Afrika und Südostasien. Am häufigsten werden die gerodeten Flächen zum Anbau von Soja und Ölpalmen genutzt. Besonders der Anbau von Soja steht in engem Zusammenhang mit der Viehhaltung: Der Soja wird nicht, wie vielleicht der eine oder andere vermuten würde, zur Produktion von Tofu oder Sojamilch verwendet, sondern primär zur Produktion von Futter für Vieh. Zur Veranschaulichung: In einer Anbausaison werden ca. 90% der geernteten Sojabohnen in Ölmühlen gepresst. Daraus gewinnt man 90% Sojamehl und 10% Sojaöl. Das Sojamehl wird fast ausschließlich als Futterzusatz verwendet. Geflügel wird im Durchschnitt mit fast 50% Sojamehl gefüttert, bei Schweinen beträgt der Anteil ca. 25% und bei Rindern ca. 20%. Nur ungefähr 3% der saisonalen Sojaernte wird für den direkten menschlichen Verzehr (z.B. Tofu, Sojamilch, Sojasoße) genutzt. Vereinfacht kann man festhalten, dass ungefähr die Hälfte des gerodeten Regenwalds, der Futterproduktion für die Viehhaltung zum Opfer gefallen ist.

Die Folgen einer voranschreitenden globalen Erderwärmung können neben schwerwiegenden Umweltveränderungen wie das Schmelzen des Permafrosts, die Steigung des Meeresspiegels oder die Zunahme von Unwettern und Dürren auch weltweite Konflikte und eine einsetzende klimabedingte Migrationsbewegung sein. Es ist nicht nur Aufgabe der Politik, die voranschreitende Erderwärmung zu verlangsamen, jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten. Es geht nicht darum, immer alles perfekt zu machen und einen zu hundertprozentig nachhaltigen Lebensstil zu führen, aber es ist möglich, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und für sich selbst zu überlegen, was man an seinem Verhalten verbessern könnte, um nachhaltiger und glücklicher zu leben.